Du hast vor, mit dem Kickboxen zu beginnen oder möchtest wissen, wie ein typisches Training aussieht? In diesem Blog erkläre ich dir die verschiedenen Arten von Kickboxtraining – inklusive ihrer Vorteile und Nachteile.
Wie sieht ein typisches Kickboxtraining aus?
Ein Standard-Kickboxtraining dauert in der Regel etwa eine Stunde und beginnt mit einem gründlichen Warm-up. Dieses besteht meist aus Dehnübungen und leichten Kickboxbewegungen zum Aufwärmen der Muskulatur. Anschließend werden verschiedene Kombinationen trainiert – entweder am Sandsack oder mit einem Partner, dabei kommen Boxhandschuhe und Pads zum Einsatz.
Der Trainer demonstriert die Kombinationen, die dann von der Gruppe nachgemacht werden – entweder im eigenen Tempo oder im Rhythmus des Trainers. Oft wird eine Kombination schrittweise aufgebaut und nach einer bestimmten Wiederholungsanzahl erweitert.
Beispiel:
- Links, Rechts, Haken, Lowkick – 10 Wiederholungen
- Dann: Haken, Rechts, linker Kick
- Am Ende: Links, Rechts, Haken, Lowkick, Haken, Rechts, linker Kick
Danach folgen meist freie Runden am Sandsack, bei denen abwechselnd in Intervallen von 10–30 Sekunden gearbeitet wird. Anschließend wird eine neue Kombination oder eine Variation geübt.
Welche Arten von Kickboxtraining gibt es?
Kickboxtraining gibt es in vielen Varianten, je nachdem ob der Fokus auf Technik, Kondition, Kraft oder Wettkampfvorbereitung liegt. Hier sind die gängigsten Trainingsformen in den meisten Gyms:
Sandsacktraining
Die wohl häufigste Trainingsart. Der Sandsack hilft dir, Schlag- und Trittkraft zu verbessern. Wenn du dich dabei viel bewegst und leichtfüßig bleibst, trainierst du gleichzeitig deine Ausdauer. Sandsacktraining lässt sich unterteilen in Technik- oder Konditions-Training.
Vorteile:
- Fördert Explosivkraft und Kondition.
Nachteile:
- Relativ statisch – der Sandsack schlägt nicht zurück.
Tipp: Bleib in Bewegung, arbeite aus verschiedenen Winkeln und verleihe dem Training so mehr Dynamik.

Techniktraining
Häufig für Fortgeschrittene geeignet. Ziel ist die Verfeinerung der Technik und das Trainieren von Kontern („Overtake-Drills“). Ein Partner greift an, der andere blockt und kontert direkt – zum Beispiel: Lowkick blocken und mit einem rechten Schlag kontern.
Für solche Partnerübungen sind Schienbeinschoner, ein Tiefschutz und ein Mundschutz unbedingt notwendig.
Vorteile:
- Ideal zur technischen Weiterentwicklung.
- Reaktionsfähigkeit wird durch Wiederholungen geschärft.
Nachteile:
- Abhängig vom Niveau des Trainingspartners.
Padtraining
Padtraining erfolgt meist 1-zu-1 mit einem Trainer. Es kommen Pratzen, Bauchpads oder Beinschützer zum Einsatz. Diese Art von Training eignet sich perfekt zur realistischen Vorbereitung auf Wettkämpfe. Auch Gruppenstunden mit Pads sind in einigen Studios üblich.
Vorteile:
- Effizient zur Verbesserung von Timing, Technik und Schnelligkeit.
- Realistische Interaktion mit dem Trainer.
- Deutlich dynamischer als Sandsacktraining.
Nachteile:
- Qualität hängt stark vom Padhalter ab.
- Gute Einzelstunden können teuer sein.
- Benötigt viel Ausrüstung.
Sparring
Sparring ist wichtig, um Techniken in echten Situationen umzusetzen. In vielen Studios findet es am Ende der Technikstunde statt, oder es gibt spezielle Sparring-Abende mit Gästen aus anderen Gyms.
Bekannt ist insbesondere das harte Sparring in den Niederlanden. Das kann hilfreich sein, um mit Druck umzugehen, birgt jedoch Risiken: Übermäßiges Sparring kann zu Verletzungen oder langfristigen Schäden führen.
Hartes Sparring: Dient der mentalen und körperlichen Belastungsprobe – sollte aber selten stattfinden.
Technisches Sparring: Fokussiert auf das Anwenden und Verbessern von Techniken in sicherer Umgebung.
Die richtige Balance ist entscheidend. Technisches Sparring hilft dir, langfristig besser zu werden – und gesund zu bleiben.
Wichtigste Regel: Wie du gibst, so bekommst du auch zurück. Trainierst du fair, werden es deine Partner auch tun – besonders in einem guten Gym.
Sandsack-Konditionstraining
Manche Studios unterscheiden zwischen Technik- und Konditions-Sacktraining. Bei letzterem werden einfache Kombinationen in hohem Tempo ausgeführt, um die Ausdauer zu verbessern.
Zirkeltraining
Hier wird ein Parcours mit Kickbox-bezogenen Übungen aufgebaut. Beispiele: Med Ball Slams, Battle Ropes, Seilspringen, Box Jumps und Schlagkombinationen am Sack – im Wechsel alle 30–60 Sekunden. Perfekt zur Steigerung von Kraft, Ausdauer und Explosivität.
Natürlich hat jedes Studio seinen eigenen Stil, aber diese Trainingsarten gehören zur Basis in den meisten Gyms.
Wir wünschen dir sichere und effektive Trainingseinheiten! Nutze die richtige Ausrüstung – hier findest du unsere vollständige Schutz-Ausrüstungsübersicht für Kickboxer.