Wie verbesserst du deine Tritttechnik beim Kickboxen?
Möchtest du beim Kickboxen besser und härter treten? Erfahre, wie du an Gleichgewicht, Hüftrotation, Timing, Schnelligkeit und einer sauberen Ausführung arbeitest.
Inhoudsopgave
Hart treten zu können ist nicht dasselbe wie gut treten zu können. Ein kraftvoller Kick entsteht nicht nur aus deinem Bein, sondern aus dem Zusammenspiel von Standbein, Hüften, Rumpf und Timing.
Wer seine Tritttechnik verbessern möchte, sollte deshalb zunächst an Kontrolle und Ausführung arbeiten. Mehr Kraft kommt danach.
Ob du Low Kicks, Body Kicks oder High Kicks trainierst: Die technischen Grundlagen bleiben dieselben.
Beginne mit einer stabilen Kampfstellung
Ein guter Tritt beginnt, bevor dein Bein überhaupt den Boden verlässt.
Du solltest dich aus einem stabilen Stand bewegen können, ohne zunächst deine Füße umfangreich umzustellen. Stehst du zu eng, zu breit oder vollständig auf den Fersen, wird es schwieriger, schnell zu treten und kontrolliert zurückzukommen.
Achte darauf:
- dein Gewicht auf beide Beine zu verteilen;
- leichtfüßig zu bleiben;
- deine Knie leicht gebeugt zu halten;
- deine Deckung oben zu halten;
- nicht vollständig frontal zu stehen;
- dich aus deinem Stand sofort bewegen zu können.
Lies auch unsere Erklärung zu Grundstellungen und Schlägen beim Kickboxen.
Drehe sauber auf deinem Standbein
Einer der wichtigsten Bestandteile eines guten Roundhouse Kicks ist das Drehen deines Standfußes.
Wenn du mit dem hinteren Bein trittst, muss dein Standfuß mitdrehen. Dadurch bekommen deine Hüften Raum, weiter durchzudrehen.
Bleibt dein Standfuß gerade nach vorne gerichtet, begrenzt du die Bewegung deiner Hüfte. Dein Tritt wird steifer und du erzeugst weniger Kraft aus der Rotation deines Körpers.
Drehe deshalb beim Einleiten des Tritts auf dem Fußballen.
Wie weit du drehst, unterscheidet sich je nach Tritt und Situation. Wichtig ist, dass dein Standbein die Hüftrotation nicht blockiert.
Tritt aus deiner Hüfte, nicht nur aus deinem Bein
Ein häufiger Anfängerfehler ist, vor allem den Unterschenkel hart gegen das Ziel schwingen zu wollen.
Bei einem guten Kick kommt ein großer Teil der Bewegung aus der Hüfte.
Du drehst gewissermaßen mit deinem ganzen Körper durch den Tritt. Dein Standfuß dreht mit, deine Hüfte kommt nach vorne und dein Oberkörper bewegt sich kontrolliert mit.
Dadurch nutzt du deutlich mehr von deinem Körpergewicht.
Denke also nicht nur:
„Ich trete mit meinem Bein.“
Denke eher:
„Ich drehe meinen Körper durch den Tritt.“
Halte während des Tritts dein Gleichgewicht
Ein harter Tritt hat wenig Wert, wenn du danach das Gleichgewicht verlierst.
Nach jedem Tritt solltest du sofort wieder:
- verteidigen;
- dich bewegen;
- eine weitere Technik ausführen;
- auf einen Konter reagieren können.
Trainiere deshalb nicht nur das Treffen des Ziels, sondern auch die Rückkehr in deine Kampfstellung.
Eine einfache Übung ist, langsam zu treten und dein Knie kurz vor dem Ziel einen Moment stillzuhalten. So merkst du sofort, ob du genug Kontrolle über Standbein und Rumpf hast.
Füge Schnelligkeit erst hinzu, wenn du die Bewegung stabil ausführen kannst.
Nutze deine Arme für Gleichgewicht und Kraft
Deine Arme bleiben während eines Tritts nicht vollständig still.
Bei einem Roundhouse Kick bewegt sich der Arm auf derselben Seite wie das tretende Bein häufig nach hinten. Diese Bewegung unterstützt die Rotation und hilft beim Gleichgewicht.
Gleichzeitig solltest du vermeiden, deine Deckung vollständig zu öffnen.
Deine andere Hand bleibt deshalb möglichst am Kopf, um dich zu schützen.
Die genaue Armbewegung unterscheidet sich je nach Stil und Trainer, aber eine Regel bleibt wichtig: Lass deine Arme nicht unkontrolliert in alle Richtungen fliegen.
Ziehe deinen Tritt sofort zurück
Ein Tritt endet nicht in dem Moment, in dem du das Ziel triffst.
Nach dem Kontakt musst du das Bein kontrolliert zurückführen und wieder deinen Stand einnehmen.
Lässt du dein Bein nach jedem Tritt nach unten fallen, bleibst du länger außerhalb deiner Position und gibst deinem Gegner mehr Zeit zu reagieren.
Übe deshalb bewusst drei Phasen:
- einleiten;
- treffen;
- kontrolliert zurückkommen.
Besonders beim ruhigen technischen Pratzentraining kannst du darauf viel Aufmerksamkeit richten.
Trainiere zunächst langsam
Wer härter treten lernen möchte, versucht oft automatisch, sich schneller und explosiver zu bewegen.
Dadurch werden Fehler aber schwerer sichtbar.
Führe einen neuen Tritt deshalb zunächst langsam aus.
Achte bei jeder Wiederholung auf:
- die Position deines Standfußes;
- Gleichgewicht;
- Hüftrotation;
- Deckung;
- Trefffläche;
- das Zurückführen deines Beins.
Erhöhe das Tempo erst, wenn die Bewegung technisch stimmt.
Nutze die richtige Trefffläche
Beim Kickboxen triffst du bei vielen Roundhouse Kicks mit dem Schienbein.
Das unterscheidet sich von Kampfsportarten, in denen häufiger mit dem Fuß oder Spann getreten wird.
Wähle deshalb die Distanz so, dass der richtige Teil deines Schienbeins das Ziel trifft.
Stehst du zu weit entfernt, triffst du eher mit dem Fuß. Stehst du zu nah, kannst du nicht vollständig durch den Tritt drehen.
Distanz ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Tritttechnik.
Übe Tritte an Thai Pads
Pratzen sind ideal, um die Tritttechnik zu verbessern, weil du gezielt an einer Technik arbeiten kannst, ohne die Bewegung bei jeder Wiederholung selbst stoppen zu müssen.
Beginne beispielsweise mit:
- 10 ruhigen rechten Tritten;
- 10 ruhigen linken Tritten;
- danach derselben Übung bei höherem Tempo;
- anschließend Kombinationen aus Schlägen und Tritten.
Für das Üben harter Tritte sind stabile Thai Pads wichtig. Ein Beispiel sind die Hayabusa PTS3 Thai Pads.
Auch die Fairtex KPLS2 Superior Curved Kick Pads sind speziell zum Abfangen von Tritten und Kombinationen vorgesehen.
Entdecke außerdem alle Thai Pads fürs Pratzentraining.
Nutze den Boxsack für Wiederholungen
An einem Boxsack kannst du viele Wiederholungen ausführen, ohne von einem Trainingspartner abhängig zu sein.
Nutze den Sack nicht nur, um so hart wie möglich zu treten.
Trainiere beispielsweise drei unterschiedliche Runden:
Runde 1: ruhiges Tempo, vollständig auf Technik konzentriert
Runde 2: Kombinationen aus Schlägen und Tritten
Runde 3: explosive einzelne Tritte mit vollständiger Kontrolle
Ein längerer Boxsack ist angenehm, wenn du sowohl Low Kicks als auch Body Kicks üben möchtest.
Der Fairtex HB6 Muay Thai Banana Bag ist beispielsweise lang genug, um unterschiedliche Tritthöhen zu trainieren.
Möchtest du mehr über das Training am Sack erfahren? Lies unsere Erklärung zum Boxsacktraining.
Trainiere beide Seiten
Viele Kickboxer haben eine klare Lieblingsseite.
Das ist normal, bedeutet aber nicht, dass du deine schwächere Seite ignorieren solltest.
Trainiere deshalb bewusst sowohl links als auch rechts.
Du musst nicht sofort auf beiden Seiten genau gleich stark sein. Das Ziel ist, mit beiden Beinen technisch sauber treten zu können und bei Kombinationen nicht vollständig von einer Seite abhängig zu sein.
Deine schwächere Seite braucht häufig vor allem mehr Wiederholungen.
Arbeite an deiner Hüftbeweglichkeit
Besonders bei höheren Tritten spielt Beweglichkeit eine große Rolle.
Wenn deine Hüften nicht genug Bewegungsfreiheit haben, kompensierst du das häufig, indem du dich nach hinten lehnst oder deinen Stand verlierst.
Arbeite deshalb regelmäßig an der Beweglichkeit von:
- Hüften;
- hinterer Oberschenkelmuskulatur;
- Oberschenkelinnenseiten;
- Sprunggelenken.
Mache das ergänzend zu deinem normalen Kickboxtraining und nutze vor dem Training vor allem dynamische Bewegungen.
Erzwinge nicht ständig mehr Höhe, als du technisch kontrollieren kannst. Ein hoher Tritt ist erst gut, wenn du ihn stabil ausführen kannst.
Übe unterschiedliche Tritthöhen
Ein guter Kickboxer kann dieselbe Grundbewegung auf unterschiedlichen Höhen ausführen.
Low Kick
Bei einem Low Kick zielst du meistens auf den Oberschenkel deines Gegners. Timing, Distanz und sauberes Durchdrehen der Hüfte sind dabei wichtig.
Body Kick
Bei einem Body Kick musst du höher drehen und mehr Kontrolle über dein Gleichgewicht behalten. Achte darauf, nicht zu weit vom Ziel entfernt zu stehen.
High Kick
Ein High Kick erfordert neben Technik mehr Beweglichkeit und Gleichgewicht. Versuche nicht sofort, so hoch wie möglich zu treten. Steigere die Höhe allmählich, während die Ausführung gleich bleibt.
Schütze deine Schienbeine beim Partnertraining
Beim technischen Üben und Sparring kommst du regelmäßig mit den Beinen deines Trainingspartners in Kontakt.
Nutze deshalb gute Schienbeinschoner.
Beliebte Modelle aus unserem Sortiment sind beispielsweise:
- Fairtex SP5 Competition Schienbeinschoner;
- Hayabusa T3 Striking Schienbeinschoner;
- Twins Special SGL 7 Schienbeinschoner;
- Primo Classic Muay Thai Schienbeinschoner.
Schienbeinschoner sollen Kontakttraining sicherer machen. Sie ersetzen keine kontrollierte Tritttechnik.
Knöchelbandagen können beim Training angenehm sein
Viele Kickboxer tragen beim Training Knöchelbandagen.
Sie bieten leichte Kompression rund um den Knöchel und zusätzlichen Halt, wenn du auf der Matte trainierst.
Beispiele sind:
Knöchelbandagen korrigieren deine Technik nicht. Sauberes Drehen, Gleichgewicht und kontrolliertes Zurückkommen zu lernen bleibt wichtiger.
Kombiniere Tritte mit Schlägen
In einem echten Kickboxtraining führst du selten nur einzelne Kicks aus.
Sobald du die Technik ausreichend beherrschst, solltest du Tritte deshalb in Kombinationen einbauen.
Zum Beispiel:
- Jab – Cross – Low Kick;
- Cross – linker Body Kick;
- Jab – Low Kick;
- Jab – Cross – Haken – Low Kick;
- rechter Body Kick – Cross;
- Jab – Cross – linker High Kick.
Durch das Training von Kombinationen lernst du, aus der Bewegung und direkt nach einem Schlag richtig für deinen nächsten Tritt zu stehen.
Entdecke auch unsere einfachen Kickboxkombinationen für Anfänger.
Gute Tritttechnik braucht Wiederholung
Deine Tritttechnik verbessert sich nicht dadurch, dass du einmal verstehst, wie die Bewegung funktioniert.
Du musst dieselbe Bewegung Hunderte Male korrekt ausführen.
Beginne deshalb mit Kontrolle. Arbeite anschließend an Schnelligkeit, Timing und Kraft.
Die wichtigsten Punkte bleiben:
- eine stabile Ausgangsposition;
- Drehen auf dem Standbein;
- Rotation aus der Hüfte;
- die richtige Distanz;
- Gleichgewicht während des Tritts;
- sofortige Rückkehr in deinen Stand.
Je besser diese Bestandteile zusammenarbeiten, desto schneller, kraftvoller und kontrollierter kannst du letztlich treten.