Low Kicks lernen: Technik, Timing und Schutz
Lerne, einen guten Low Kick auszuführen. Entdecke die richtige Technik, Distanz, Timing, Übungen und Schutzausrüstung für sicheres Kickboxtraining.
Inhoudsopgave
Der Low Kick ist eine der bekanntesten Techniken beim Kickboxen. Auf den ersten Blick wirkt der Tritt einfach: Du trittst gegen den Oberschenkel deines Gegners. Ein guter Low Kick erfordert jedoch deutlich mehr als Kraft allein.
Dein Standfuß, die Hüftrotation, Distanz, Timing und Gleichgewicht müssen zusammenarbeiten. Außerdem musst du nach dem Tritt sofort wieder in Position sein, um dich zu verteidigen oder eine weitere Technik auszuführen.
In diesem Artikel erklären wir Schritt für Schritt, wie du einen Low Kick technisch sauber ausführst und effektiv trainierst.
Was ist ein Low Kick?
Ein Low Kick ist ein Roundhouse Kick zum Oberschenkel deines Gegners. Beim Kickboxen wird meistens mit dem Schienbein getroffen.
Du kannst den Low Kick unter anderem richten auf:
- die Außenseite des Oberschenkels;
- die Innenseite des Oberschenkels;
- unterschiedliche Höhen am Oberschenkel.
Die genaue Ausführung hängt von deiner Position, dem Stand deines Gegners und der Kombination ab, aus der du trittst.
Ein Low Kick wird häufig nach einer Schlagkombination eingesetzt, weil du damit die Aufmerksamkeit deines Gegners zunächst auf den Oberkörper lenkst.
Ein guter Low Kick beginnt mit deinem Stand
Bevor du mit dem Treten beginnst, musst du stabil stehen.
Aus einer guten Kickboxstellung solltest du ohne große Vorbereitung schlagen, treten, verteidigen und dich bewegen können.
Achte dabei auf:
- etwa schulterbreit stehende Füße;
- leicht gebeugte Knie;
- nicht das gesamte Gewicht auf einem Bein;
- Hände oben;
- leicht eingezogenes Kinn;
- entspannte Bewegung.
Lies auch unsere Erklärung zu Grundstellungen und Schlägen beim Kickboxen.
Schritt 1: Drehe deinen Standfuß
Einer der wichtigsten Bestandteile des Low Kicks ist das Drehen deines Standfußes.
Wenn du mit dem rechten Bein trittst, dreht sich dein linker Fuß mit. Dadurch kann sich deine Hüfte weiter öffnen und du kannst mehr Körpergewicht hinter den Tritt bringen.
Bleibt dein Standfuß gerade nach vorne gerichtet, blockierst du einen Teil deiner Hüftrotation.
Drehe deshalb beim Einleiten des Tritts auf dem Fußballen.
Das Ziel ist nicht, übertrieben weit zu drehen, sondern ausreichend Platz für deine Hüfte zu schaffen.
Schritt 2: Drehe deine Hüfte durch den Tritt
Ein Low Kick kommt nicht nur aus deinem Bein.
Die Kraft entsteht dadurch, dass Standfuß, Hüfte und Oberkörper gemeinsam drehen.
Versuche deshalb nicht nur, deinen Unterschenkel gegen das Ziel zu schwingen. Drehe deine Hüfte durch und nimm dein Körpergewicht mit.
Tritt nicht nur zum Ziel, sondern durch das Ziel hindurch.
Das bedeutet nicht, dass du beim Partnertraining mit maximaler Kraft treten solltest. Gemeint ist die technische Bewegung, bei der deine Hüfte vollständig mitdreht.
Schritt 3: Triff mit deinem Schienbein
Bei einem klassischen Low Kick im Kickboxen möchtest du meistens mit dem Schienbein treffen.
Deshalb ist die richtige Distanz wichtig.
Stehst du zu weit entfernt, triffst du eher mit dem Fuß oder Spann. Stehst du zu nah, hast du nicht genug Platz, um deine Hüfte sauber durchzudrehen.
Versuche beim Pratzentraining bewusst zu spüren, welcher Teil deines Schienbeins das Ziel trifft.
Gute Distanzkontrolle macht deinen Low Kick nicht nur kraftvoller, sondern auch technisch deutlich stabiler.
Schritt 4: Nutze deine Arme für das Gleichgewicht
Während des Tritts dreht sich dein Oberkörper mit.
Der Arm auf der Seite des tretenden Beins bewegt sich häufig nach hinten, um die Rotation zu unterstützen.
Deine andere Hand bleibt möglichst nah am Kopf.
Wirf bei einem Tritt nicht beide Hände vollständig nach unten. Damit machst du dich unnötig anfällig für Konter.
Dein Trainer kann dir helfen, die Armbewegung auf den Kickboxstil abzustimmen, den du trainierst.
Schritt 5: Kehre sofort in deinen Stand zurück
Nach dem Treffen ist dein Low Kick noch nicht abgeschlossen.
Führe dein Bein kontrolliert zurück und nimm sofort wieder deinen normalen Stand ein.
Nach jedem Tritt musst du bereit sein:
- zu verteidigen;
- wegzutreten;
- erneut zu treten;
- eine Schlagkombination auszuführen.
Lasse dein Bein nicht unkontrolliert hinter dem Ziel durchschwingen, wenn dadurch dein gesamter Stand verloren geht.
Das Gleichgewicht nach dem Tritt ist mindestens genauso wichtig wie die Kraft während des Tritts.
Wie trainierst du einen Low Kick?
Die beste Möglichkeit, einen Low Kick zu verbessern, sind viele korrekte Wiederholungen.
Beginne langsam und füge Schnelligkeit und Kraft erst hinzu, wenn die Technik stimmt.
Übung 1: Einzelne Low Kicks
Mache beispielsweise:
- 10 rechte Low Kicks;
- 10 linke Low Kicks;
- eine kurze Pause;
- 3 bis 5 Runden.
Konzentriere dich vollständig auf Standfuß, Hüftrotation und Gleichgewicht.
Kraft ist bei dieser Übung nicht das Wichtigste.
Übung 2: Jab-Cross-Low Kick
Eine der bekanntesten Kickboxkombinationen ist:
Jab – Cross – Low Kick
Deine Schläge sorgen dafür, dass dein Gegner seine Aufmerksamkeit oben hält. Danach schließt du die Kombination mit dem Low Kick ab.
Beginne ruhig und achte darauf, nach deinem Cross richtig zu stehen, um direkt treten zu können.
Möchtest du weitere Kombinationen üben? Entdecke unsere 5 einfachen Kickboxkombinationen für Anfänger.
Übung 3: Low Kicks an Thai Pads
Thai Pads eignen sich hervorragend, um härter treten zu lernen, ohne dass dein Trainingspartner die gesamte Aufprallbelastung direkt am Körper aufnimmt.
Der Trainer kann außerdem sofort Rückmeldung geben zu:
- Distanz;
- Timing;
- Standfuß;
- Hüftrotation;
- Schnelligkeit;
- Gleichgewicht.
Geeignete Pratzen sind beispielsweise die Hayabusa PTS3 Thai Pads und die Fairtex KPLS2 Superior Curved Kick Pads.
Entdecke auch alle Thai Pads und Trainingsmaterialien für Coaches.
Übung 4: Low Kicks am Boxsack
Ein langer Boxsack ist ideal, um selbstständig viele Wiederholungen auszuführen.
Trainiere beispielsweise drei Runden:
- Runde 1: ausschließlich Technik bei ruhigem Tempo;
- Runde 2: Jab-Cross-Low Kick;
- Runde 3: Kombinationen mit einzelnen kraftvollen Low Kicks abwechseln.
Mit einem längeren Sack kannst du verschiedene Tritthöhen üben. Ein Modell wie der Fairtex HB6 Muay Thai Banana Bag eignet sich dafür.
Lies auch mehr über Boxsacktraining.
Timing macht einen Low Kick effektiver
Ein technisch sauberer Low Kick wird deutlich effektiver, wenn du ihn im richtigen Moment einsetzt.
Ein vollständig vorbereiteter Gegner kann leichter blocken oder ausweichen.
Gute Momente für einen Low Kick sind beispielsweise:
- nach einer Schlagkombination;
- während dein Gegner nach vorne tritt;
- nachdem dein Gegner selbst geschlagen hat;
- wenn das Gewicht deines Gegners deutlich auf einem Bein liegt;
- nachdem du zuerst eine andere Technik gezeigt hast.
Deshalb ist ein guter Low Kick nicht nur eine Frage der Kraft.
Das Timing bestimmt, wie viel Gelegenheit du bekommst, den Tritt tatsächlich zu platzieren.
Innenseite oder Außenseite des Beins?
Du kannst Low Kicks sowohl an der Innen- als auch an der Außenseite des Oberschenkels platzieren.
Äußerer Low Kick
Der äußere Low Kick wird häufig mit dem hinteren Bein zur Außenseite des vorderen Oberschenkels deines Gegners ausgeführt.
Das ist die Variante, die viele Anfänger zuerst lernen.
Inside Low Kick
Bei einem Inside Low Kick trittst du zur Innenseite des vorderen Beins.
Dieser Tritt muss nicht immer maximal hart sein. Er wird auch genutzt, um das Gleichgewicht oder die Position eines Gegners zu stören.
Beide Varianten erfordern unterschiedliche Winkel und Distanzen.
Lerne auch, Low Kicks abzuwehren
Wenn du selbst Low Kicks lernst, solltest du auch wissen, wie du sie abfängst oder ihnen ausweichst.
Eine häufig genutzte Verteidigung ist der Check.
Dabei hebst du dein Bein an und drehst das Schienbein nach außen, sodass du den Tritt mit deinem eigenen Schienbein statt mit dem Oberschenkel abfängst.
Übe das immer kontrolliert.
Du kannst beispielsweise mit einem Trainingspartner abwechseln:
- leichter Low Kick;
- Check;
- zurück in den Stand;
- erneut ausführen.
So trainierst du sowohl Angriff als auch Verteidigung.
Schienbeinschoner sind beim Partnertraining unverzichtbar
Beim technischen Üben und Sparring müssen Low Kicks kontrolliert ausgeführt werden. Gute Schienbeinschoner gehören dabei zur Standardausrüstung.
Beliebte Modelle sind unter anderem:
- Fairtex SP5 Competition Schienbeinschoner;
- Hayabusa T3 Striking Schienbeinschoner;
- Twins Special SGL 7 Schienbeinschoner;
- Primo Classic Muay Thai Schienbeinschoner;
- Flow Classic Thai Schienbeinschoner.
Ein Schienbeinschoner muss bei Bewegungen sicher sitzen bleiben und sowohl Schienbein als auch Spann ausreichend abdecken.
Welche weitere Schutzausrüstung brauchst du?
Sobald du Techniken mit einem Trainingspartner übst oder Sparring machst, brauchst du mehr als nur Schienbeinschoner.
Dazu gehören:
- Mundschützer;
- Tiefschützer;
- gegebenenfalls Kopfschützer;
- geeignete Boxhandschuhe.
Eine vollständige Übersicht findest du bei unserer Schutzausrüstung fürs Kickboxen.
Führe nicht jeden Low Kick mit maximaler Kraft aus
Ein häufiger Fehler ist, jeden Low Kick so hart wie möglich ausführen zu wollen.
Dadurch trainierst du nicht automatisch besser.
Beim Techniktraining geht es um Kontrolle, Timing und Ausführung. Maximale Kraft ergänzt du nur, wenn die Übung und das Trainingsmaterial dafür geeignet sind.
An Pratzen und am Boxsack kannst du härter arbeiten.
Bei Partnerübungen und technischem Sparring musst du die Kraft an eure Absprachen und das Leistungsniveau deines Trainingspartners anpassen.
Häufige Fehler bei Low Kicks
Achte beim Training besonders auf diese Fehler:
- nicht auf dem Standbein drehen;
- nur aus dem Unterschenkel treten;
- zu weit vom Ziel entfernt stehen;
- die Hände vollständig sinken lassen;
- nach dem Tritt das Gleichgewicht verlieren;
- nur die starke Seite trainieren;
- sofort maximale Kraft einsetzen;
- keine Kombination oder Vorbereitung nutzen.
Wenn du diese Punkte korrigierst, wird dein Low Kick meistens von selbst schneller und kraftvoller.
Low Kicks werden durch Technik und Wiederholung besser
Ein guter Low Kick bedeutet mehr als hart zu treten.
Du musst die richtige Distanz finden, auf deinem Standfuß drehen, deine Hüfte mitnehmen, mit dem Schienbein treffen und danach sofort in deinen Stand zurückkehren.
Trainiere die Bewegung zuerst langsam. Füge danach Schnelligkeit, Kombinationen und Kraft hinzu.
Arbeite außerdem an beiden Seiten und übe regelmäßig an Pratzen und am Boxsack. So baust du einen Low Kick auf, der nicht nur kraftvoll, sondern vor allem technisch zuverlässig und kontrolliert ist.